Noch immer fällt es mir unglaublich schwer mich zu entscheiden...
jeden Tag mache ich unzählige Skizzen, Körperstudien und manchmal nur Stichpunkte von aufblitzenden Ideen. Vor meinem inneren Auge gewinnt das Bild langsam an Gestalt, jedoch stehe ich mit Allem noch am Anfang.
Aus dem Gespräch mit dem Autor des Zeitungsartikels Corréaude entstand diese Skizze des Floßes, wie ich es sehe.
Die Meuterei der Überlebenden auf dem Floß. Wut und Zorn könnte ich zum Thema machen, doch gibt es diese Art der Darstellungen nicht schon zu genüge?! Ich muss etwas finden, was den Betrachter packt und in seinen Bann zieht. Der Pariser Salon ist eine große Chance für mich, diese möchte ich nicht mit der ersten Idee verschwenden, die mir in den Kopf steigt. Eine Darstellung von kämpfenden Matrosen erscheint mir zu einfach, zu bildlich. Ich möchte nicht, dass der Betrachter mein Gemälde mit den Augen erkennt sondern mit seinem Inneren versteht.
Fast 150 Menschen auf einem, in der Not geborenem Floß. Durchnässtes Holz lediglich gehalten von Seilen, welche gnädig von der See gegeben wurden und nicht mit in die Tiefe sanken. Wie ist das möglich? Wann entschied sich, wer auf diesem Floß sein Platz fand und wie? War es ein Miteinander oder siegten die Stärksten...
Es ist nun Herbst im Jahr 1818. Fast ein Jahr habe ich nun mir den Vorbereitungen für mein Werk verbracht. Meine Skizzen und Studien nehmen mein ganzes Atelier ein und ich bin auf der Suche nach einem geeignetem Ort um das Bild in seiner vollen Größe entstehen zu lassen.
Ich habe beschlossen, die letzten Momente der leidenden Menschen auf dem von der See getretenem Floß, in all seiner nackten Grausamkeit darzustellen. Die Geschichte zeigt mir, wie nah der Humanität die Barbarei schlummert und wie wenig es bedarf um sie zu erwecken.
Ich brauche nun all eine Zeit und Energie für die Umsetzung meiner Gedanken.









