Ich habe nun eine geeigneten Ort gefunden und richte diesen mit Jamar, meinem Schüler und Assistent ein. Ich werde seine Hilfe gut gebrauchen können, denn der Pariser Salon rückt immer näher.
Ich bestellte einen Zimmermann, dieser baute mir das Floß in seiner vollen Dimension in meine Atelier. Mir ist es wichtig, ein besonders genaues Abbild zu schaffen.
Es geht voran, einige Abschnitte sind schon in Öl gefertigt und ich verbringe wohl mehr Zeit mit dem Gemälde als mit allem Anderen. Mein Ehrgeiz, die Besucher des Pariser Salons zu beeindrucken und auf das Unglück aufmerksam zu machen, sorgt dafür, dass ich schneller vorankomme als zu Beginn erwartet. Ich selbst eifer voller Neugier auf die Fertigstellung. Was das Publikum wohl zu meinem Werk sagen wird?
Ich verlasse das Studio kaum noch. Mein Leben findet ausschließlich in den Räumen meines Ateliers statt.
Sogar den Frisör bestellte ich mit in meine Räumlichkeiten um keine Zeit mit Laufwegen zu verschwenden. Ich bat ihn, mir einen Kahlkopf zu rasieren. Farbreste haben mein lockiges Haar verklebt und mit einem Glatzkopf habe ich nun auch einen guten Vorwand, gegenüber Anderen das Haus nicht verlassen zu können.
Es ist wie eine Gefangenschaft, welche ich mir selbst auferlege.
Es ist wie eine Gefangenschaft, welche ich mir selbst auferlege.
Nur wenige Freunde besuchen mich in meinen Arbeitsräumen. Auch weil ich zur Zeit wohl kein angenehmer Gastgeber bin. Delacroix war erst gestern hier. Er diente mir als Modell für die im Vordergrund, auf dem Gesicht liegende Leiche. Die Maler Fleury, Steuben sowie Montford und Lehoux die Schüler von Vernets, besuchen mich regelmäßig. Wohl eher aus Interesse, wie es bei mir vorangeht als aus Nächstenliebe.
Nach nun fast zwei Jahren war das Gemälde über die Unglücksgeschichte der Méduse mehr als nur der Mittelpunkt meines Lebens. Auch wenn ich bei weitem nicht das durchleben musste, wie die Passagiere der Méduse so habe auch ich gelitten um das Gemälde, seiner Geschichte und deren Opfern würdig zu gestalten.
Nach Fertigstellung des Bildes bemerkte ich erst, welch enorme Maße es angenommen hatte. In der Breite misst es 7,16 Meter und hat eine Höhe von 4,91 Meter. Das stellt den Transport als eine große Aufgabe da. Trotz den schlechten Witterungsbedingungen haben wir mein Gemälde sicher in den Schutz des Théatre Italien geschafft. Nun vielen mir noch zwei Bereiche des Gemäldes ins Auge, welche mir zu leer erscheinen. So fügte ich vor Ort den Körper ganz vorne rechts, sowie den halb bedeckten Körper vorne links hinzu. Man stellte es mir frei, einen Platz im Salon für mein Bild zu wählen und ich entschied mich für den, in meinen Augen schönsten Platz. Über einer Tür, unerreichbar für Hände oder unachtsame Besucher. Auch war es nun für mich nicht mehr möglich Änderungen am Bild zu tätigen. Was Unbehagen in mir auslöste. Zu viel Zeit verbrachte ich mit der Arbeit an meinem Gemälde, es fällt mir schwer mich zu lösen.
Hier ist es mein vollendetes Werk:
Ich begab mich mit meinem Freund und Vertrautem Auguste Brunet nach Fontainbleaus. Mit dem Ziel, ein wenig Abstand zu gewinnen und mein Geist wieder für neue Arbeiten öffnen zu können. Doch anstatt ein Gefühl der Erleichterung zu verspüren, versinke ich immer mehr in eine depressive Stimmung. Ich bekam ich aus Italien die Nachricht, dass mein Gemälde von dem Publikum nicht so angenommen wurde, wie erhofft. Es erreichte mich ein Brief in dem es hieß:
" Courage, Mr. Gericault! Try to moderater an enthusiasm nich might carry you too far. Beimg a colorist by instinct, try to become one in practice; beeing still an imperfect draughtsman, study the art of "David" and " Giradet".
Auch ereilten mich positive Kritiken in denen es heißt:
"My heart trumbled on seeing the shipwreck of the Medusa...I shudder while i admire...What a movement, what verve"
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Ich bin mir bewusst ein unbekannter Künstler von 27 Jahren zu sein, der sich in Zukunft noch beweisen muss. Jedoch bin ich mir sicher, mit dem "Floß der Medusa" ein bedeutendes Werk geschaffen zu haben. Wenn man sich mit einem Thema so intensiv beschäftigt, ist man dem ahnungslosen Betrachter weit voraus. In diesem Bild steckt mehr als nur Licht- und Schattenspiel.





